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Künstliche Mineralfasern
Was sind künstliche Mineralfasern, wo treten sie auf ?
Künstliche Mineralfasern (KMF) bzw. deren Produkte werden überwiegend zur Wärme und Schalldämmung eingesetzt. Es handelt sich dabei überwiegend um Mineralwolle, die aus Glasrohstoffen oder Gesteinen unter Verwendung von Altglas hergestellt wird. Die aus Schlacken von Stahl und Buntmetall hergestellte Schlackenwolle ist seltener. Künstliche Mineralfasern werden hergestellt, indem eine Schmelze bei ca. 1200 bis 1400 °C durch Düsen geblasen, auf rotierende Scheiben aufgespritzt oder durch Spinndrüsen gepreßt wird. Zur Produktreife werden den Dämmstoffen Binder (Naturharze, Phenol, Harnstoff und Formaldehyd) in einer Größenordnung von bis zu 7% und zur Staubminderung ca. 1 % Öle zugegeben. Zur Vollständigkeit ist noch die Keramikwolle zu erwähnen, die überwiegend zur thermischen Isolierung in der Großindustrie und in Haushaltsgeräten eingesetzt wird. Sie enthält z.B. Aluminiumoxid oder Siliziumdioxid und wird sowohl organisch (z.B. Stärke, Kunstharz) als auch anorganisch gebunden. Die in den o.g. Materialien enthaltenen Fasern haben überwiegend eine mittlere Länge von einigen Zentimetern und einen mittleren Durchmesser von 3 5 Nm (Mikrometer). Beim Konfektionieren und Verarbeiten entstehen allerdings auch kürzere Faserbruchstücke.
Wie werden künstliche Mineralfasern gemessen und beurteilt ? Im Vergleich zu Asbest gibt es für Raumluftbelastungen mit künstlichen Mineralfasern keine eindeutigen Vorschriften zur Messung und Beurteilung. Schon aus Kostengründen sollte die Luftprobe (über mehrere Stunden auf Kernporenfilter gern. VDI 3492), die z.B. nach einer Asbestsanierung erforderlich wird, nur selten eingesetzt werden.Zudem gelten Technische Richtkonzentrationen" nur für den Umgang mit KMF und nicht für Privaträume oder sonstige Arbeitsplätze. Für eine Gefährdungsabschätzung erscheint es meist sinnvoll, bei einer bekannten Quelle eine Materialanalyse (Identifizierung) durchzuführen. Um die Belastungssituation in Innenräumen zu beurteilen, sind Tupfproben sinnvoll. Dabei wird vorhandener, abgelagerter Raumstaub an verdächtigen Stellen durch einen Klebestreifen entnommen und im Labor analysiert. Die Auswertung erfolgt in der Regel mit einem Rasterelektronenmikroskop bei einer Vergrößerung von mindestens 2000 und einer Beschleunigungsspannung von 20 keV. Die Faseridentifizierung kann mit energiedispersiver Röntgenanalyse (EDXA) bei einer Vergrößerung von ca. 50.000 erfolgen. Wie kann eine Sanierung durchgeführt werden? Werden in Tupfproben Fasern „kritischer Größe" gefunden, ist in der Regel eine Sanierung, d.h. die Entfernung der Quelle erforderlich, und belastete Staubablagerungen müssen vollständig entfernt werden. Müssen falsch eingebaute Dämm oder Isolierstoffe aus künstlichen Mineralfasern entfernt werden, sind umfangreiche Schutzmaßnahmen zum Schutz der Umgebung sowie der Ausführenden erforderlich. Oftmals reicht es allerdings auch aus, die betroffenen Stellen gegenüber Innenräumen abzusperren, d.h. zu versiegeln. Dazu sind neben den üblichen Folien z.T. auch Fugenmassen geeignet. Die Entfernung von Staubablagerungen ist meist nur „feucht" möglich, d.h. der belastete Staub wird schnell gebunden und nicht aufgewirbelt. Welche Alternativen zu künstlichen Mineralfasern gibt es? Vor der
Einbringung von Dämm und Isolierstoffen sollten nur die o.g. Gesundheitsgefahren
beachtet werden, sondern auch ökologische Gesichtspunkte sollten
hier eine Rolle spielen. Alternativen sind z.B.: Zellulosedämmstoffe
(z.B. Isofloc), Perlite (durch Erhitzen expandiertes vulkanisches Gestein),
Blähton Korkschüttung.
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